Über den Lehrgang

Jede Kirche und Religionsgemeinschaft ordnet und bestimmt ihr Leben nach eigenen Gesetzen und Regeln und besitzt somit ein eigenständiges und unabhängiges internes Recht, das wesentlich mit dem Glauben in Beziehung steht. Eine gute Kenntnis der rechtlichen Dimension von Glaubensgemeinschaften ist einerseits für das Erfassen ihres Wesens, andererseits für einen angemessenen Umgang mit Menschen anderer Religion und anderer Kultur erforderlich. Für die Interpretation des Rechts der katholischen Kirche und seine sachgerechte Anwendung muss insbesondere auf den Glauben der Kirche und auf den Schatz der kirchlichen Tradition des Westens wie des Ostens geachtet werden. Immer mehr ist die Kenntnis des Rechts anderer Kirchen und Religionsgemeinschaften erforderlich. Dies alles soll im postgradualen Lehrgang „Vergleichendes Kanonisches Recht“ vermittelt werden. Die praktische Dimension dieses Wissens wird im Alltag der kirchlichen Verwaltung und Rechtsprechung unmittelbar deutlich werden.

Träger und Durchführung:

  • Europäische Gesellschaft für Kirchenrecht in Österreich
  • Internationales Institut für Kirchenrecht und Vergleichendes Religionsrecht der theologischen Fakultät von Lugano (Istituto Internazionale di Diritto Canonico e Diritto comparato delle Religioni der Facoltà di Teologia di Lugano – Istituto DiReCom)
  • in Zusammenarbeit mit den Lehrstühlen für Kirchenrecht der Katholisch-Theologischen Fakultäten der Universitäten Innsbruck und Wien sowie der Katholisch-Theologischen Fakultät an der Katholischen Universität von Ružomberok
  • Die Lehrpersonen sind international anerkannte Professor*innen und wissenschaftlich ausgewiesene Expert*innen aus der kirchlichen Verwaltung und Rechtsprechung.

Ziele:

Den Lehrgangsteilnehmer*innen soll eine vielseitige wissenschaftliche Bildung geboten werden, die sie qualifiziert, interkulturelle und interreligiöse Probleme der heutigen Gesellschaft zu analysieren und kirchliche Aufgaben, Dienste und Ämter zu übernehmen, v. a. in der kirchlichen Verwaltung und Rechtspflege, wie auch im Blick auf die Auseinandersetzung mit den Rechtsordnungen der nichtkatholischen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften, der nichtchristlichen Religionen und der Staaten. Der Abschluss des Hochschullehrgangs ist von der Österreichischen Bischofskonferenz als fachliche Qualikation für den Dienst des Anwalts/der Anwältin am kirchlichen Gericht anerkannt.

Zielgruppe:

Der Hochschullehrgang richtet sich an Absolvent*innen eines Theologiestudiums. Er bietet eine Weiterbildungsmöglichkeit für Personen, die im kirchlichen Dienst stehen oder in diesen treten wollen und sich im Kanonischen Recht weiterbilden möchten, um damit weitere Möglichkeiten zur Tätigkeit in der Kirche zu erwerben.

Studieninformationen:

Dauer: 4 Semester; Start alle 2 Jahre im Wintersemester

Lehrform: Fernstudium mit acht Präsenzphasen, Praxistag am Kirchlichen Diözesangericht und Exkursion zu Einrichtungen der Römischen Kurie

Umfang: 120 ECTS; Sprache: Deutsch

Abschluss: M.A. – Master of Arts (in diritto canonico e ecclesiastico comparato, indirizzo: diritto canonico comparato FTL)

Zulassungsvoraussetzungen: Voraussetzung für die Zulassung zum Lehrgang ist der Abschluss des Studiums der Katholischen Theologie. Absolvent*innen anderer Studienrichtungen können unter Auflagen zum Lehrgang zugelassen werden.

Lehrgangsgebühren: 1. Semester: € 1000,–; 2. und 3. Semester: je € 800,– ; 4. Semester: € 600,–; Abschluss-Gebühr: CHF 150,–. Eigene Kosten für die Präsenzphasen und die Exkursion (Reise, Unterkunft und Verpflegung) sind nicht in den Gebühren enthalten. Die Lehrgangsleitung wird nach Möglichkeit bei der Vermittlung günstiger Unterkünfte behilflich sein.

Lehrgangsfolder zum Download